Wie bereits erwähnt, bietet das RAW Format eine Menge Vorteile. Habe ich ein JPEG überbelichtet und der Himmel ist „ausgefressen“, besteht keine Möglichkeit mehr, diesen Fehler zu korrigieren. Ich kann zwar auch beim JPEG die Belichtung am Rechner nach unten korrigieren, aber der Himmel bleibt auch dann ausgefressen, da im Gegensatz zum RAW im JPEG keine Informationen mehr im Weiß enthalten sind.
Nachteile gibt es bei RAW Dateien kaum. Wenn überhaupt, dann vielleicht, dass RAW Dateien um ein vielfaches mehr Speicherplatz benötigen, als es bei JPEGs der Fall ist und Bildbearbeitungsprogramme das RAW Format nicht immer vollständig unterstützen, da die Dateien nicht genormt sind. Jeder Kamerahersteller kocht sein eigenes Süppchen aus den Rohdaten.
Das sind aber nicht die Gründe, weshalb ich wieder zum JPEG zurückgekehrt bin. „Schuld“ daran ist eher meine Fuji X100V, die ich jetzt knapp 3 Monate besitze. Viele Fujianer lieben ihre Kameras nicht nur wegen dem edlen Design, sondern vor allem wegen den Filmsimulationen. Diese sorgen bei den JPEGs für klassische Bildlooks. Neben den Vorinstallierten Simulationen besteht außerdem die Möglichkeit, eigene Looks zu generieren. Auf fujixweekly.com von Ritchie Roesch gibt es Anleitungen für eine Vielzahl von Looks, die in Anlehnung an alte analoge Filme entstanden sind.
Ich fotografiere fast nur noch mit der Kodachrome 64 Filmsimulation, weil mir der Look einfach mega gefällt und meiner Meinung nach gut zur Street Photography passt. Das fertige JPEG muss ich kaum noch nachbearbeiten. Höchstens mal den Horizont etwas begradigen oder etwas croppen und minimal die Belichtung anpassen. Das war es dann im Großen und Ganzen auch. Trotzdem habe ich meine Kamera auf RAW + JPEG eingestellt, um für den Fall der Fälle noch das digitale Negativ als Backup zu haben. Wenn das JPEG in Ordnung ist, fliegen die RAWs aber direkt wieder in die Tonne.
Durch das JPEG hat sich mein Workflow am Rechner bzw. am Smartphone drastisch verkürzt. In den meisten Fällen lade ich die Fotos einfach nur noch auf mein Handy ins Bildbearbeitungsprogramm und bearbeite sie teilweise in weniger als 30 Sekunden. So kann ich mich mehr aufs Fotografieren konzentrieren und muss nicht noch viel Zeit für die Bearbeitung einplanen.
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